Crna Gora · 13.812 km² · fünf Regionen
Montenegro
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Ein Land, in dem man morgens in der Adria schwimmt und nachmittags auf 2.500 Metern steht. Wählen Sie eine Region auf der Karte, um ihre Orte kennenzulernen.
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Fünf Regionen, fünf Landschaften
Das Land in Zahlen
- Hauptstadt
- Podgorica, Präsidentensitz in Cetinje
- Einwohner
- rund 620.000
- Währung
- Euro, ohne Mitglied der Eurozone zu sein
- Unabhängig seit
- 3. Juni 2006
- Höchster Punkt
- Zla Kolata, 2.534 m
- Küstenlinie
- rund 295 km
Region · 4 Orte · 3 Gemeinden
Bucht von Kotor
Fjordartige Bucht, venezianische Städte, 1.350 Stufen zur Festung
Die Boka Kotorska frisst sich fast 30 Kilometer tief ins Gebirge. Vier Becken reihen sich aneinander, an der engsten Stelle, den Verige, ist die Bucht nur 340 Meter breit. Steil fallen Lovćen und Orjen bis ans Wasser ab, darum wird die Boka gern Fjord genannt, obwohl sie geologisch ein ertrunkenes Flusstal ist.
Vier Jahrhunderte lang gehörte die Küste zur Republik Venedig. Das sieht man bis heute: Kotor, Perast und Herceg Novi haben Stadtmauern, Kampanile und Kapitänspaläste, wie man sie sonst in Dalmatien findet. Seit 1979 steht die Region um Kotor auf der UNESCO-Welterbeliste.
- Küstenlinie der Bucht
- rund 105 km
- Engste Stelle
- Verige, 340 m
- Welterbe seit
- 1979
Orte in der Region
Gut zu wissen
- Die Küstenstraße um die Bucht ist 60 Kilometer lang und selbst die Sehenswürdigkeit. Die Fähre Kamenari–Lepetane kürzt ab, wenn es eilt.
- Zur Festung über Kotor früh am Morgen oder nach 17 Uhr steigen, im Sommer brennt die Sonne auf die Treppen.
- Kreuzfahrtschiffe liegen oft vormittags in Kotor. Die Altstadt ist am späten Nachmittag und abends deutlich ruhiger.
Region · 4 Orte · 3 Gemeinden
Riviera und Südküste
Budvas Altstadt, die Hotelinsel Sveti Stefan, zwölf Kilometer Sand bei Ulcinj
Südlich der Boka öffnet sich die Küste zum offenen Meer. Die Budvanska rivijera reiht Kiesbuchten, Felsstrände und Hotelorte aneinander, Bar ist der große Hafen des Landes, und hinter Ulcinj läuft die Küste in zwölf Kilometer feinen Sand aus, bevor an der Bojana Albanien beginnt.
Hier spürt man die Vielfalt des Landes auf engem Raum: griechische und römische Spuren in Budva, eine osmanische Ruinenstadt über Bar und eine albanisch geprägte Stadt mit Piratenvergangenheit in Ulcinj.
- Längster Strand
- Velika plaža, 12 km
- Fährhafen
- Bar nach Bari und Ancona
- Ältester Baum
- Olive von Mirovica, über 2.000 Jahre
Orte in der Region
Gut zu wissen
- Die Strände zwischen Budva und Petrovac sind im Juli und August voll. Die kleinen Buchten wie Drobni pijesak erreicht man zu Fuß oder per Boot.
- Die Bahnlinie Belgrad–Bar endet in Bar. Die Fahrt von Podgorica dauert eine gute Stunde und führt am Skadarsee entlang.
- In Ulcinj sind Montenegrinisch und Albanisch gleichermaßen üblich. Der Markt am Samstag ist der lebendigste der Küste.
Region · 4 Orte · 4 Gemeinden
Zentrum und Skadarsee
Hauptstadt, alte Königsstadt und der größte See des Balkans
Zwischen Küste und Hochgebirge liegt die Ebene von Zeta mit Podgorica, dazu das Karstplateau von Cetinje und das Hochland von Nikšić. Hier lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung, hier wachsen Wein und Oliven, und hier liegt mit dem Skadarsee das wichtigste Feuchtgebiet der Region.
Politisch ist die Region geteilt: Podgorica ist Regierungssitz und größte Stadt, Cetinje bleibt als alte Hauptstadt Sitz des Präsidenten. Zwischen beiden liegen nur 35 Kilometer, aber 600 Höhenmeter.
- Skadarsee
- 370 bis 530 km², je nach Wasserstand
- Weinberg Ćemovsko polje
- rund 2.300 ha am Stück
- Vogelarten am See
- über 280
Orte in der Region
Gut zu wissen
- Von Podgorica nach Cetinje über Rijeka Crnojevića fahren: Der Aussichtspunkt Pavlova strana zeigt die berühmte Flussschleife.
- Bootstouren auf dem Skadarsee starten in Virpazar. Am frühen Morgen sieht man die meisten Vögel, darunter Krauskopfpelikane.
- Das Kloster Ostrog liegt zwischen Nikšić und Danilovgrad in einer Felswand. Es ist der meistbesuchte Wallfahrtsort des Landes.
Region · 4 Orte · 5 Gemeinden
Durmitor und Tara
Gletscherseen, die tiefste Schlucht Europas und die höchste Stadt des Balkans
Der Nordwesten ist das Hochgebirge Montenegros. Das Durmitor-Massiv zählt 48 Gipfel über 2.000 Meter und 18 Gletscherseen, die hier Bergaugen heißen. Rundherum haben Tara, Piva, Sušica und Komarnica Schluchten gegraben, die Tara-Schlucht ist mit bis zu 1.300 Metern die tiefste Europas.
Der Nationalpark Durmitor besteht seit 1952 und gehört seit 1980 zum UNESCO-Welterbe. Im Winter liegt in Žabljak oft bis in den April Schnee, im Sommer ist die Region das Zentrum für Rafting, Wandern und Klettern.
- Höchster Gipfel
- Bobotov Kuk, 2.523 m
- Tara-Schlucht
- 82 km lang, bis 1.300 m tief
- Sedlo-Pass
- 1.907 m, höchste Passstraße
Orte in der Region
Gut zu wissen
- Die Straße über den Sedlo-Pass von Žabljak nach Plužine ist eine der spektakulärsten des Balkans und nur von Mai bis Oktober sicher befahrbar.
- Rafting auf der Tara ist im Mai und Juni am wildesten, im August gemächlich und für Familien geeignet.
- Der Rundweg um den Schwarzen See dauert eine gute Stunde. Wer mehr will, steigt weiter zum Eishöhle Ledena pećina auf.
Region · 4 Orte · 8 Gemeinden
Bjelasica und Prokletije
Urwald, Gletscherseen und die wilden Verwunschenen Berge an der Grenze zu Albanien
Der Nordosten ist grüner und sanfter als der Durmitor, aber nicht weniger hoch. Die Bjelasica trägt einen der letzten Urwälder Europas, im Prokletije an der albanischen Grenze stehen die schroffsten Gipfel des Landes. Dazwischen fließen Lim und Tara durch weite Täler mit Obstgärten und Weideland.
Die Region ist kulturell gemischt: orthodoxe Klöster wie Morača stehen neben Holzmoscheen und bosniakischen Dörfern. Touristisch ist sie noch wenig erschlossen, was Wanderer und Skifahrer zunehmend anzieht.
- Höchster Punkt des Landes
- Zla Kolata, 2.534 m, an der Grenze
- Biogradska Gora
- geschützt seit 1878
- Skigebiete
- Kolašin 1450 und 1600
Orte in der Region
Gut zu wissen
- Der Biogradsko-See liegt direkt an der Hauptstraße bei Kolašin. Der Uferweg ist flach, die Bäume im Urwald dahinter bis zu 60 Meter hoch.
- Die Berghütten im Prokletije bei Gusinje sind Ausgangspunkt für den Fernwanderweg Peaks of the Balkans durch drei Länder.
- Im Spätsommer gibt es an den Straßen Heidelbeeren, Pilze und Honig aus den Dörfern zu kaufen.
Ort · Bucht von Kotor
Kotor
Welterbestadt zwischen Bucht und Festungsberg
- Einwohner
- rund 13.000
- Welterbe seit
- 1979
- Stufen zur Festung
- etwa 1.350
Kotor liegt am innersten Ende der Bucht, eingeklemmt zwischen Wasser und dem fast senkrechten Hang des Sveti Ivan. Die 4,5 Kilometer lange Stadtmauer zieht sich vom Hafen bis zur Festung San Giovanni auf 260 Metern Höhe. Der Aufstieg dauert eine knappe Stunde und belohnt mit dem bekanntesten Blick des Landes.
In der Altstadt stehen die Kathedrale Sveti Tripun aus dem Jahr 1166, ein Dutzend weitere Kirchen und die Paläste der Kapitänsfamilien. Kotor war Jahrhunderte lang Seefahrerstadt, das Maritime Museum im Palast Grgurina erzählt davon. Berühmt sind auch die Katzen, denen die Stadt ein eigenes kleines Museum gewidmet hat.
Nicht verpassen
- Die Ladder of Kotor, ein alter Karawanenpfad mit über 70 Serpentinen, führt hinter der Festung weiter hinauf Richtung Lovćen.
- Das Tor Gurdić im Süden der Altstadt führt zu einer Quelle, die bei Regen direkt aus dem Fels sprudelt.
- Der Markt vor der Stadtmauer hat morgens Käse aus Njeguši, Feigen und Olivenöl.
Ort · Bucht von Kotor
Perast
Barockes Kapitänsstädtchen mit zwei Inseln davor
- Einwohner
- rund 270
- Paläste
- 16 aus venezianischer Zeit
- Fašinada
- jedes Jahr am 22. Juli
Perast besteht aus einer einzigen Uferstraße und ein paar Gassen den Hang hinauf, aber die Häuser sind Paläste. Im 17. und 18. Jahrhundert stellte der Ort Kapitäne für die venezianische Flotte, Peter der Große ließ hier russische Offiziere ausbilden. Heute leben kaum 300 Menschen im Ort.
Vor der Stadt liegen zwei Inseln. Sveti Đorđe trägt ein Benediktinerkloster und ist nicht zugänglich. Gospa od Škrpjela, Maria vom Felsen, ist künstlich aufgeschüttet: Seit 1452 versenken die Bewohner Steine um einen Felsen, auf dem ein Marienbild gefunden worden sein soll. Jedes Jahr am 22. Juli kommen bei der Fašinada neue Steine dazu.
Nicht verpassen
- Boote zur Kircheninsel fahren vom Ufer ab, die Überfahrt dauert fünf Minuten.
- Vom Glockenturm der Kirche Sveti Nikola überblickt man die ganze Bucht.
- Am späten Nachmittag, wenn die Busse weg sind, gehört die Uferpromenade wieder den Einheimischen.
Ort · Bucht von Kotor
Herceg Novi
Treppenstadt am Eingang der Bucht
- Einwohner
- rund 12.000
- Gegründet
- 1382
- Mimosenfest
- seit 1969 im Februar
Herceg Novi bewacht die Einfahrt in die Boka. Der bosnische König Tvrtko I. gründete die Stadt 1382, danach wechselten Osmanen, Venezianer, Spanier und Österreicher einander ab. Jede Macht baute an den Festungen weiter: Kanli Kula, der Blutturm, Forte Mare am Wasser und Španjola oben am Hang.
Die Stadt ist auf Treppen gebaut, vom Hafen bis zur Magistrale sind es Hunderte Stufen. Das milde Klima ließ Herceg Novi zum Kurort werden. Im Februar blühen die Mimosen, die Stadt feiert das mit einem Fest. Nebenan liegt Igalo mit seinem Heilschlamm, gegenüber die Halbinsel Luštica mit der Blauen Grotte.
Nicht verpassen
- Die Uferpromenade Pet Danica führt sieben Kilometer von Igalo bis Meljine, fast ohne Autos.
- Das Kloster Savina östlich der Stadt hat einen schattigen Garten und einen Blick über die Bucht.
- Von Herceg Novi fahren Boote zur Blauen Grotte und zu den Stränden von Luštica.
Ort · Bucht von Kotor
Tivat
Vom Marinestützpunkt zum Yachthafen
- Einwohner
- rund 10.000
- Marina
- Porto Montenegro, seit 2009
- Flughafen
- 4 km vom Zentrum
Tivat war lange die unscheinbarste Stadt der Bucht: Hier lag das Arsenal, die Werft der österreichisch-ungarischen und später jugoslawischen Marine. 2006 kaufte ein kanadischer Investor das Gelände und baute daraus Porto Montenegro, einen Yachthafen mit Liegeplätzen für Schiffe bis 250 Meter Länge, Hotels und Boutiquen.
Jenseits des Luxushafens ist Tivat bodenständig geblieben. Die Insel der Blumen, Ostrvo cvijeća, trägt ein mittelalterliches Kloster, die Salinen von Solila sind ein Vogelschutzgebiet, und die Strände der Halbinsel Luštica liegen nur eine Viertelstunde entfernt. Der Flughafen Tivat ist der wichtigste des Landes für Urlauber.
Nicht verpassen
- Das U-Boot-Museum im alten Arsenal zeigt ein jugoslawisches Kleinst-U-Boot und die Geschichte der Werft.
- Von Tivat aus ist die Fähre Lepetane–Kamenari in zehn Minuten erreichbar.
- Das Dorf Gornja Lastva oberhalb der Stadt feiert im August ein Fest mit Musik und Olivenöl.
Ort · Riviera und Südküste
Budva
Die älteste Stadt der Küste und ihr lautestes Nachtleben
- Einwohner
- rund 20.000
- Alter
- etwa 2.500 Jahre
- Strände in der Gemeinde
- über 30
Budva gilt als eine der ältesten Siedlungen an der Adria. Der Sage nach gründete der Phönizier Kadmos die Stadt, belegt sind griechische und römische Nekropolen. Die Altstadt steht auf einer kleinen Halbinsel, umgeben von einer venezianischen Mauer. Nach dem Erdbeben von 1979 wurde sie Stein für Stein wieder aufgebaut.
Heute ist Budva das touristische Zentrum des Landes. Entlang der Riviera reihen sich Strände wie Mogren, Slovenska plaža und Jaz, wo schon die Rolling Stones und Madonna spielten. Die Zitadelle beherbergt im Sommer das Theaterfestival Grad teatar, und nachts wird in den Clubs am Strand bis zum Morgen getanzt.
Nicht verpassen
- Zum Strand Mogren führt ein Fußweg aus der Altstadt an der Felsküste entlang, die Tänzerin-Statue liegt am Weg.
- Die Insel Sveti Nikola, von den Einheimischen Hawaii genannt, erreicht man mit Taxibooten vom Hafen.
- Die Altstadt ist autofrei, Parkplätze gibt es am Hafen und an der Mediteranska.
Ort · Riviera und Südküste
Sveti Stefan
Das Fischerdorf, das zum Hotel wurde
- Ursprung
- Fischerdorf aus dem 15. Jahrhundert
- Hotel seit
- 1960
- Verbindung
- Damm zum Festland
Sveti Stefan ist das meistfotografierte Motiv Montenegros: ein Dorf aus Steinhäusern auf einer Felseninsel, durch einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden. Im 15. Jahrhundert siedelten hier Familien aus Paštrovići, geschützt vor Piraten. Bis in die 1950er Jahre lebten noch einige Dutzend Fischer auf der Insel.
1960 ließ der jugoslawische Staat die Bewohner umsiedeln und machte aus dem Dorf ein Hotel. Sophia Loren, Orson Welles und Kirk Douglas kamen, später auch Staatsgäste. Seit 2009 betreibt die Kette Aman die Insel als Resort. Der Zutritt ist Hotelgästen vorbehalten, der Blick von der Küstenstraße kostet nichts.
Nicht verpassen
- Der beste Aussichtspunkt liegt an der Küstenstraße oberhalb des Ortes, bei der kleinen Kirche.
- Der Strand links vom Damm ist öffentlich, der rechte gehört zum Hotel.
- Ein Fußweg führt durch den Park Miločer zum ehemaligen Sommersitz der Königsfamilie Karađorđević.
Ort · Riviera und Südküste
Bar
Hafenstadt mit einer Ruinenstadt im Rücken
- Einwohner
- rund 17.000
- Hafen
- größter des Landes
- Alt-Bar
- verlassen seit 1881
Bar ist die Hafenstadt Montenegros. Hier legen die Fähren aus Bari und Ancona an, hier endet die Bahnlinie aus Belgrad, und hier wird der größte Teil der Importe umgeschlagen. Die Stadt selbst ist jung, erst nach 1878 am Meer angelegt, mit dem Sommerpalast von König Nikola an der Promenade.
Das alte Bar liegt vier Kilometer landeinwärts am Fuß des Rumija-Gebirges. Stari Bar war über tausend Jahre bewohnt, bis eine Pulverexplosion 1881 und später das Erdbeben von 1979 die Stadt zur Ruine machten. Heute wandert man zwischen Kirchenresten, einem osmanischen Aquädukt und Hamam. Ganz in der Nähe steht in Mirovica ein Olivenbaum, der auf über 2.000 Jahre geschätzt wird.
Nicht verpassen
- Die Gasse unterhalb der Festung von Stari Bar hat kleine Restaurants mit Blick auf die Ruinen.
- Die Olive von Mirovica ist ausgeschildert, der Eintritt ist symbolisch.
- Vom Hafen Bar fahren die Nachtfähren nach Bari, Tickets gibt es direkt am Terminal.
Ort · Riviera und Südküste
Ulcinj
Südlichste Stadt, Piratennest und Flamingoküste
- Einwohner
- rund 10.000
- Velika plaža
- 12 km Sandstrand
- Saline
- Rastplatz für Flamingos
Ulcinj ist anders als der Rest der Küste. Die Mehrheit der Bewohner spricht Albanisch, die Altstadt Kalaja thront auf einem Felsen über dem kleinen Stadtstrand, und im 16. und 17. Jahrhundert war der Ort ein berüchtigter Piratenhafen. Der Legende nach saß hier Miguel de Cervantes fünf Jahre in Gefangenschaft.
Südlich der Stadt beginnt die Velika plaža, zwölf Kilometer feiner, dunkler Sand bis zur Mündung der Bojana. Die Flussinsel Ada Bojana ist bei Kitesurfern und FKK-Urlaubern beliebt. Die stillgelegte Saline Ulcinj zählt zu den wichtigsten Vogelrastplätzen der Adria, im Frühjahr stehen hier Tausende Flamingos.
Nicht verpassen
- Der kleine Stadtstrand Mala plaža liegt direkt unter der Altstadt, der Frauenstrand Ženska plaža östlich davon ist bis heute Frauen vorbehalten.
- Die Saline hat einen Aussichtsturm, der Zugang ist kostenlos.
- Die Fischrestaurants auf Pfählen an der Bojana servieren frischen Fang direkt am Fluss.
Ort · Zentrum und Skadarsee
Podgorica
Junge Hauptstadt an fünf Flüssen
- Einwohner
- rund 190.000 in der Gemeinde
- Hieß 1946 bis 1992
- Titograd
- Höhe
- 49 m
Podgorica ist keine Stadt für die Postkarte, aber eine zum Leben. Fünf Flüsse durchziehen sie, die Morača mit ihren Felsufern mitten im Zentrum. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt über 70 Mal bombardiert und danach als Titograd neu gebaut, darum prägen breite Boulevards und Nachkriegsbauten das Bild.
Es gibt dennoch viel zu sehen: das osmanische Viertel Stara Varoš mit Uhrturm und Moscheen, die Reste der Römerstadt Doclea, die Millennium-Brücke von 2005 und die riesige Auferstehungskathedrale mit ihren goldenen Fresken. Vor den Toren liegt das Ćemovsko polje, mit rund 2.300 Hektar einer der größten zusammenhängenden Weinberge Europas, wo der Vranac wächst.
Nicht verpassen
- Die Cijevna-Schlucht östlich der Stadt hat kleine Wasserfälle, die Einheimische Niagara nennen, im Sommer ein beliebter Badeplatz.
- Die Weinkellerei Plantaže bietet Führungen durch den Keller Šipčanik, einen ehemaligen Flugzeughangar im Berg.
- Die Kaffeehäuser am Boulevard Njegoševa sind abends voll, Podgorica lebt draußen.
Ort · Zentrum und Skadarsee
Cetinje
Die alte Hauptstadt am Fuß des Lovćen
- Einwohner
- rund 14.000
- Gegründet
- 1482
- Höhe
- 670 m
Cetinje war vier Jahrhunderte lang das Herz Montenegros. Ivan Crnojević gründete 1482 hier Kloster und Residenz, weil die Hochebene vor den Osmanen sicher war. Später residierten hier die Fürstbischöfe und König Nikola, dessen Palast heute Museum ist. Die Gesandtschaften der Großmächte stehen noch, viele dienen als Schulen oder Museen.
Die Stadt ist klein und ruhig, mit niedrigen Häusern und breiten Straßen. Im Kloster Cetinje werden Reliquien verehrt, darunter eine Hand Johannes des Täufers. Über allem steht der Lovćen: Auf dem Jezerski vrh in 1.657 Metern liegt das Mausoleum des Dichterfürsten Njegoš, 461 Stufen führen hinauf.
Nicht verpassen
- Die Serpentinenstraße von Cetinje über Njeguši nach Kotor hat 25 Kehren und den besten Blick auf die Bucht.
- In Njeguši gibt es den geräucherten Schinken Njeguški pršut und Käse direkt vom Erzeuger.
- Die Lipa-Höhle südlich der Stadt ist eine der größten Tropfsteinhöhlen des Landes und per Bahn befahrbar.
Ort · Zentrum und Skadarsee
Nikšić
Industriestadt, Bierstadt und Tor zum Kloster Ostrog
- Einwohner
- rund 57.000
- Brauerei
- Nikšićko pivo, seit 1896
- Höhe
- 630 m
Nikšić ist die zweitgrößte Stadt des Landes und liegt in einem weiten Karstfeld zwischen Gebirgszügen. Die Römer nannten den Ort Anderba, die Festung Onogošt oberhalb der Stadt geht auf das Mittelalter zurück. König Nikola ließ Nikšić im 19. Jahrhundert nach einem strahlenförmigen Plan neu anlegen.
Bekannt ist die Stadt für ihr Bier: Nikšićko wird seit 1896 gebraut und ist das Nationalgetränk neben dem Rakija. Rundherum liegen die Stauseen Krupac und Slano, beliebt zum Baden und Angeln. Eine halbe Stunde südöstlich klebt das Kloster Ostrog in einer senkrechten Felswand, das meistbesuchte Heiligtum des Landes.
Nicht verpassen
- Zum oberen Kloster Ostrog führt ein steiler Pilgerpfad vom unteren Kloster, etwa 30 Minuten zu Fuß.
- Der Bedem, die Stadtfestung, ist im Sommer Bühne für ein Musikfestival.
- Die Straße von Nikšić nach Plužine am Piva-Stausee gehört zu den schönsten Strecken des Landes.
Ort · Zentrum und Skadarsee
Skadarsee
Der größte See des Balkans, zwei Drittel davon in Montenegro
- Fläche
- 370 bis 530 km²
- Nationalpark seit
- 1983
- Bootshafen
- Virpazar
Der Skadarsee ist ein Kryptodepressionssee, sein Boden liegt stellenweise unter dem Meeresspiegel. Im Frühjahr schwillt er auf über 500 Quadratkilometer an, im Herbst schrumpft er auf 370. Das Ufer besteht aus Schilf, Seerosenfeldern und Sümpfen, in denen über 280 Vogelarten leben, darunter die seltenen Krauskopfpelikane.
Am Nordufer liegt Virpazar, das kleine Zentrum des Nationalparks mit Bootsanlegern und Weinstuben. Im Westen windet sich die Rijeka Crnojevića in berühmten Schleifen zum See, auf Inseln stehen mittelalterliche Klöster wie Beška und Starčevo. Die Hänge der Crmnica tragen Weinberge, aus denen seit Jahrhunderten Vranac und Krstač gekeltert werden.
Nicht verpassen
- Bootstouren ab Virpazar dauern zwei bis vier Stunden, kleine Boote kommen weiter in die Schilfkanäle als große.
- Vom Aussichtspunkt Pavlova strana bei Rijeka Crnojevića sieht man die bekannte Flussschleife.
- Die Festung Lesendro liegt direkt an der Straße und Bahnlinie am Seeufer und ist frei zugänglich.
Ort · Durmitor und Tara
Žabljak
Die höchste Stadt des Balkans und das Tor zum Durmitor
- Einwohner
- rund 1.700
- Höhe
- 1.456 m
- Gletscherseen im Park
- 18
Žabljak ist kaum mehr als ein großes Dorf, aber mit 1.456 Metern die höchstgelegene Stadt des Balkans. Es liegt auf einem Plateau direkt unter dem Durmitor-Massiv, drei Kilometer vom Schwarzen See entfernt. Im Winter ist der Ort Skistation mit den Hängen am Savin kuk, im Sommer Basislager für Wanderer und Kletterer.
Der Schwarze See, Crno jezero, besteht aus zwei durch eine Landenge verbundenen Becken und ist von dunklem Nadelwald umgeben. Von hier führen Wege zu den anderen Bergaugen, zur Eishöhle Ledena pećina und auf den Bobotov Kuk, mit 2.523 Metern der höchste Gipfel des Massivs. Der Aufstieg dauert von der Passstraße am Sedlo aus etwa drei Stunden.
Nicht verpassen
- Der Rundweg um den Schwarzen See ist 3,5 Kilometer lang und auch mit Kindern machbar.
- Für den Bobotov Kuk vom Sedlo-Pass starten, das spart 700 Höhenmeter gegenüber dem Weg vom See.
- In Žabljak gibt es im Winter oft mehr als einen Meter Schnee, Winterreifen sind Pflicht.
Ort · Durmitor und Tara
Tara-Schlucht
Die Träne Europas und ihre berühmte Brücke
- Tiefe
- bis 1.300 m
- Tara-Brücke
- 365 m lang, 172 m hoch
- Rafting-Saison
- Mai bis Oktober
Die Tara entspringt im Komovi-Gebirge und fließt 144 Kilometer durch den Norden, bevor sie sich mit der Piva zur Drina vereint. Auf 82 Kilometern hat sie eine Schlucht gegraben, die bis zu 1.300 Meter tief ist, tiefer als jede andere in Europa. Das Wasser ist so klar, dass man es trinken kann, darum heißt der Fluss Träne Europas.
Bei Đurđevića Tara überspannt eine Bogenbrücke von 1940 die Schlucht, 365 Meter lang und 172 Meter über dem Fluss. Im Zweiten Weltkrieg sprengte der Ingenieur Lazar Jauković selbst einen Bogen, um die italienischen Truppen aufzuhalten, und wurde dafür hingerichtet. 1946 wurde die Brücke wieder aufgebaut. Heute ist sie Startpunkt für Rafting-Touren und Seilrutschen über die Schlucht.
Nicht verpassen
- Die klassische Rafting-Tour geht über 18 Kilometer von Brštanovica bis Šćepan Polje und dauert etwa drei Stunden.
- Zwei Ziplines spannen sich neben der Brücke über die Schlucht, die längere misst über 800 Meter.
- Der Aussichtspunkt Ćurevac oberhalb von Žabljak zeigt die Schlucht von oben, der Weg dorthin ist einfach.
Ort · Durmitor und Tara
Pljevlja
Osmanisches Erbe und das höchste Minarett der Region
- Einwohner
- rund 19.000
- Husein-Pascha-Moschee
- 1569
- Höhe
- 770 m
Pljevlja liegt im äußersten Norden, nahe der Grenzen zu Serbien und Bosnien. Die Stadt war unter den Osmanen ein wichtiger Handelsplatz an der Straße von Dubrovnik nach Istanbul. Aus dieser Zeit stammt die Husein-Pascha-Moschee von 1569 mit ihrem 42 Meter hohen Minarett, dem höchsten im ehemaligen Jugoslawien, und mit Fresken, die zu den schönsten des Balkans zählen.
Gleich daneben steht das orthodoxe Kloster Sveta Trojica aus dem 16. Jahrhundert mit einer bedeutenden Bibliothek. Südlich der Stadt liegen die Ausgrabungen der Römerstadt Municipium S, deren Name bis heute nicht entschlüsselt ist. Pljevlja ist auch Bergbaustadt mit Kohlekraftwerk und bekannt für den Pljevaljski sir, einen würzigen Schafskäse.
Nicht verpassen
- Die Moschee kann außerhalb der Gebetszeiten besichtigt werden, angemessene Kleidung vorausgesetzt.
- Das Heimatmuseum zeigt einen gläsernen Trinkbecher aus Municipium S, ein Prunkstück römischer Glaskunst.
- Von Pljevlja ist die Tara-Brücke in 40 Minuten erreichbar.
Ort · Durmitor und Tara
Plužine und Piva
Ein smaragdgrüner Stausee und ein versetztes Kloster
- Einwohner
- rund 1.300
- Staumauer Mratinje
- 220 m hoch
- Piva-Kloster
- 1573 bis 1586 erbaut
Plužine ist die kleinste Gemeindestadt des Landes und wurde in den 1970er Jahren neu gebaut, als der alte Ort im Piva-Stausee versank. Die Staumauer von Mratinje ist 220 Meter hoch und zählt zu den höchsten Europas. Der See dahinter zieht sich 45 Kilometer durch eine Schlucht, das Wasser ist tiefgrün.
Dem Stausee musste auch das Piva-Kloster weichen. Zwischen 1969 und 1982 wurde es Stein für Stein 3,5 Kilometer weiter oben wieder aufgebaut, samt 1.260 Quadratmetern Fresken, die behutsam abgenommen und neu angebracht wurden. Von Plužine führt die Passstraße über das Sedlo hinauf nach Žabljak, eine der schönsten Bergstrecken des Balkans.
Nicht verpassen
- Die Straße am Piva-See entlang führt durch Dutzende Tunnel, die in den Fels gesprengt sind, Fahrradlampen nicht vergessen.
- Im Sommer fahren Ausflugsboote auf dem See, Schwimmen ist an mehreren Stellen möglich.
- Das Kloster ist täglich geöffnet, die Fresken sind die besterhaltenen des 16. Jahrhunderts im Land.
Ort · Bjelasica und Prokletije
Kolašin
Bergstädtchen zwischen Skipisten und Urwald
- Einwohner
- rund 2.900
- Höhe
- 954 m
- Biogradska Gora
- Nationalpark seit 1952
Kolašin liegt am Oberlauf der Tara, fast 1.000 Meter hoch, und ist das Wintersportzentrum des Landes. Die Skigebiete Kolašin 1450 und 1600 an der Bjelasica sind über eine Straße und eine Gondel verbunden. Im Sommer wird der Ort Ausgangspunkt für Wanderungen auf die runden Gipfel der Bjelasica mit ihren Gletscherseen.
Zehn Kilometer östlich liegt der Nationalpark Biogradska Gora mit einem der letzten Urwälder Europas. Fürst Nikola stellte das Gebiet 1878 unter Schutz, seit 1952 ist es Nationalpark. Um den Biogradsko-See stehen Buchen und Tannen, die bis zu 60 Meter hoch und über 500 Jahre alt sind. Ebenfalls in der Gemeinde liegt das Kloster Morača von 1252 mit Fresken aus dem 13. Jahrhundert.
Nicht verpassen
- Der Uferweg um den Biogradsko-See ist 3,4 Kilometer lang und fast eben, Ruderboote gibt es am Parkplatz.
- Das Kloster Morača liegt direkt an der Hauptstraße nach Podgorica und ist frei zugänglich.
- Die Autobahn Bar–Boljare hat einen Abschnitt bis Mateševo, von dort ist Kolašin in zehn Minuten erreicht.
Ort · Bjelasica und Prokletije
Bijelo Polje
Stadt am Lim mit einer Handschrift von Weltrang
- Einwohner
- rund 12.000 in der Stadt
- Kirche Sv. Petar i Pavle
- 12. Jahrhundert
- Đalovića-Höhle
- über 17 km erforscht
Bijelo Polje, das weiße Feld, liegt am Fluss Lim kurz vor der serbischen Grenze. Hier halten die Züge zwischen Belgrad und Bar, hier wird das Mineralwasser Rada abgefüllt. Die Stadt ist bosniakisch und serbisch geprägt, Moscheen und Kirchen stehen nah beieinander.
Die Kirche der Heiligen Peter und Paul aus dem 12. Jahrhundert gehört zu den ältesten des Landes. Hier entstand um 1180 das Miroslav-Evangelium, die älteste erhaltene Handschrift in kyrillischer Schrift des serbischen Sprachraums, heute UNESCO-Weltdokumentenerbe. Südöstlich der Stadt liegt die Đalovića-Höhle, mit über 17 Kilometern das längste bekannte Höhlensystem Montenegros, seit kurzem teilweise für Besucher ausgebaut.
Nicht verpassen
- Die Đalovića-Schlucht ist ein schöner Wanderweg auch ohne Höhlenbesuch, Start ist im Dorf Bistrica.
- Der Markt am Mittwoch und Samstag ist einer der größten im Norden.
- Die Bahnfahrt von Bijelo Polje nach Podgorica führt durch die Morača-Schlucht und über 100 Tunnel.
Ort · Bjelasica und Prokletije
Plav und Gusinje
Gletschersee und die Verwunschenen Berge
- Plavsko jezero
- Gletschersee auf 906 m
- Nationalpark Prokletije
- seit 2009
- Zla Kolata
- 2.534 m, höchster Punkt des Landes
Plav liegt an einem Gletschersee am Ende eines weiten Tals, dahinter steigen die Prokletije auf, die Verwunschenen Berge. Mit der Zla Kolata auf der Grenze zu Albanien erreicht Montenegro hier 2.534 Meter, einen Meter mehr als der Bobotov Kuk, der oft fälschlich als höchster Gipfel genannt wird. Seit 2009 ist das Gebiet Nationalpark.
Die Gegend ist bosniakisch und albanisch geprägt. In Plav steht der Wohnturm Redžepagića kula aus dem 17. Jahrhundert, in Gusinje zwei alte Moscheen. Rund um Gusinje sprudeln die Quellen Ali-Pašini izvori, der Grlja-Wasserfall stürzt aus einer engen Klamm, und der Hridsko-See liegt auf fast 2.000 Metern in einem Kessel aus Felsen und Kiefern.
Nicht verpassen
- Der Fernwanderweg Peaks of the Balkans führt über 192 Kilometer durch Montenegro, Albanien und Kosovo, Gusinje ist eine der Etappenstationen.
- Zum Hridsko-See fährt man bis zur Berghütte Hrid und wandert eine gute Stunde.
- Für Grenzübertritte zu Fuß nach Albanien braucht man eine vorab beantragte Genehmigung.
Ort · Bjelasica und Prokletije
Rožaje
Holzmoscheen, die Ibar-Quelle und der Hajla
- Einwohner
- rund 9.000
- Höhe
- 1.000 m
- Hajla
- 2.403 m
Rožaje liegt im äußersten Osten, wo Montenegro an Serbien und Kosovo grenzt, in einem Tal auf 1.000 Metern Höhe. Die Stadt ist die am stärksten bosniakisch geprägte des Landes. Ihr Wahrzeichen ist die Kurtagića-Moschee, ein Holzbau aus dem 18. Jahrhundert mit geschnitztem Minarett, wie es sie auf dem Balkan nur noch selten gibt.
Hinter der Stadt entspringt der Ibar, der nach Serbien weiterfließt. Darüber erhebt sich der Hajla auf 2.403 Meter, von dessen Gipfel man an klaren Tagen bis zum Kopaonik sieht. Das kleine Skigebiet Turjak und die Almen der Umgebung machen Rožaje zu einem stillen Ziel für Wanderer und Skifahrer abseits der bekannten Routen.
Nicht verpassen
- Die Ibar-Quelle liegt im Dorf Bać, fünf Kilometer oberhalb der Stadt, und ist mit dem Auto erreichbar.
- Der Aufstieg auf den Hajla beginnt bei der Hütte Hajla und dauert etwa drei Stunden.
- Der Grenzübergang Dračenovac nach Serbien ist nur 15 Minuten entfernt, die Straße führt über den Pass Kula.